Anwendungsspezialistin Henna Janatuinen arbeitet seit 2019 bei Finnos in Lappeenranta. Vor ihrer jetzigen Tätigkeit sammelte Janatuinen Erfahrung in der Rundholzsortierung im UPM-Kymmene-Sägewerk Kaukas.
Ihre erste Erfahrung mit der Inbetriebnahme eines Rundholz-Röntgenscanners machte sie auf Seiten des Sägewerks, als der Scanner von Finnos an ihrem damaligen Arbeitsplatz installiert wurde. Sie war als Qualitätsverantwortliche tätig und auf Kundenseite an der Vorbereitung des Installationsprojekts beteiligt, also an den Sortier- und Annahmeregeln.
Ihr Sägewerkshintergrund hat Janatuinen geholfen, die Sicht des Kunden zu verstehen. Sie weiß, wie Bediener arbeiten und wie Kunden geschult werden sollten, damit sie die Rundholzscanner bestmöglich nutzen.
Der Stamm hat eine lange Reise auf dem Lkw oder der Bahn hinter sich, bevor er im Sägewerk ankommt. Am Ende der Reise werden die Stämme direkt auf den Rundholzaufgabetisch abgeladen und laufen von dort zuerst durch den Röntgenscanner.
Der Scanner bestimmt für jeden Stamm nach den Sortierregeln des Sägewerks eine eigene Qualität. Auf Basis des Scanergebnisses laufen die Stämme vom Förderer in die regelkonformen Boxen. Der Bediener sieht im Rahmen der Sortierregeln die Gesamtsituation, und wenn eine Box voll ist, bringt der Radlader die Stämme zu den Poltern derselben Qualität.
Das häufigste Sortierkriterium ist der Durchmesser des Stammes ohne Rinde, erklärt Janatuinen. Da das Ziel ist, möglichst viel Schnittholz zu gewinnen, bringt schon dieses Scanergebnis dem Sägewerk erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Ein zu kleiner Stamm ergibt Baumkante, aus einem zu großen würden zu viele Hackschnitzel. Natürlich lassen sich weitere Regeln zur inneren Qualität festlegen.
Der Rundholzscanner verarbeitet die Stämme so schnell, wie es die Fördergeschwindigkeit des Sägewerks zulässt. Bisher gab es noch keine Grenze, bei der die Verarbeitung wegen des Scannens gedrosselt werden müsste.
Henna Janatuinen arbeitet auf der Softwareseite der Inbetriebnahme. Steht die nächste Installation an, nimmt Janatuinen Kontakt zum Kunden auf. Im Kick-off-Meeting entsteht ein Verständnis dafür, wie die Annahme- und Sortierregeln definiert werden, welche Berichte benötigt werden, welcher Nachrichtenverkehr erforderlich ist und welche externen Systeme es im Sägewerk gibt.
Das Verständnis des Ist-Zustands ist insofern wichtig, als die Regeln für die Anfangsphase damit richtig festgelegt werden. So ist vor der Inbetriebnahme alles bereit.
In Finnland ähnelt sich die Rundholzannahme in vielen Sägewerken, daher reichen in der Anfangsphase Remote-Meetings aus. Für die Software selbst muss man vorab nicht ins Sägewerk fahren, alles lässt sich aus der Ferne erledigen.
Zuerst erfolgt die mechanische Installation des Scanners. Die Gegebenheiten sind in jedem Sägewerk anders, und bei Bedarf müssen die Förderkonstruktionen angepasst werden. Manchmal wird sogar das Dach geöffnet, um den Scanner an seinen Platz zu bringen.
Wenn die mechanische Installation abgeschlossen ist, der Scanner an seinem Platz steht und schon Stämme durchlaufen, kommt Janatuinen vor Ort, um die Inbetriebnahme und die abschließenden Tests durchzuführen.
Getestet wird mit Teststämmen, und das ist zugleich ein natürlicher Teil der Bedienerschulung. Die Bediener fahren die Linie so, wie die Stämme getestet werden sollen. Die eigentliche Bedienerschulung erfolgt natürlich separat, und gleichzeitig erhält der Kunde auch eine Strahlenschutzschulung. Wenn die Tests erfolgreich abgeschlossen sind, beginnen die eigentliche Produktion und die reguläre Annahme der Stämme.
Wenn die Produktion läuft, begleitet Janatuinen sie und schult gleichzeitig weiter.
„Für die Kunden ist es wichtig, sofort Antworten auf mögliche Probleme und Fragen zu bekommen. Mit laufender Produktion entstehen Daten, die für Simulationen und Produktionsplanung genutzt werden. Der Kunde kann selbst eigene neue Regeln erstellen“, erklärt Janatuinen. „Das ist keine einmalige Sache, sondern Software und Ziele entwickeln sich auch nach Installation und Inbetriebnahme weiter.“
Der größte Teil der Schulung findet im Rahmen der Inbetriebnahme statt, bei Bedarf organisiert Janatuinen aber zusätzliche Schulungen für die Kunden. Finnos bietet nach der Inbetriebnahme Support und Beratung an, denn das Ziel ist, dass der Kunde seinen Betrieb mit den Scannern weiterentwickeln kann.
Janatuinen hat Erfahrung mit verschiedenen Standorten in Finnland, Schweden, Estland, Litauen und Belarus. Es gibt Unterschiede zwischen den Ländern. Die Rundholzannahme unterscheidet sich von Land zu Land. In Finnland wird das Annahmevolumen zum Beispiel mit Rinde gemessen, anderswo dagegen oft ohne Rinde. Auch die behördlichen Kontrollen sind unterschiedlich.
Am anspruchsvollsten ist das erste Projekt in einem neuen Land. Die Gesetzgebung ist unterschiedlich, und manchmal muss man eine Sprachbarriere überwinden. In Schweden ist es einfacher, weil dort bereits mehrere Installationen durchgeführt wurden.
Die Dauer der Projekte ist unterschiedlich. In Finnland kann ein Installationsprojekt schnell umgesetzt werden, sogar als Schnellinstallation. Mögliche Sonderfälle erfordern zusätzlichen Aufwand und werden zu Projektbeginn so gut wie möglich erfasst. Am Ende ist es immer wieder großartig zu sehen, wie die Produktion anläuft.
Und was ist das Beste an ihrer Arbeit? Janatuinen muss nicht lange überlegen. Es ist erfüllend zu sehen, dass die Vorbereitung geglückt ist und die Produktion gut anläuft. In den Sägewerken sind die Kunden kompetent, und die Zusammenarbeit macht Freude. Im Ausland ist es spannend, vor Ort praktisch zu erleben, wie die Rundholzannahme dort abläuft. Gutes Feedback gibt es für den Einsatz der Röntgenqualitäten und für das Erfolgserlebnis der Kunden.

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